In Chemiefabriken, Raffinerien und Pharmaanlagen kann man ohne Übertreibung sagen, dass 8 von 10 Pumpenausfällen – von geringfügigen Lecks bis hin zu vollständigen Abschaltungen oder sogar Sicherheitsvorfällen – auf eines zurückzuführen sind: einen schlecht gewählten Spülplan für Gleitringdichtungen.
Grundlagen mit Erkenntnissen aus Hunderten von realen Installationen.
Zeichnen aufAPI 682-StandardsDank jahrelanger praktischer Erfahrung vor Ort erläutert dieser Leitfaden die gängigsten Spülanordnungen – von einzelnen Dichtungen bis hin zu Trockengassystemen –, sodass Sie gleich beim ersten Mal die richtige auswählen und kostspielige Ausfallzeiten vermeiden können.
Viele Leute gehen davon aus, dass es nach dem Einbau einer Gleitringdichtung losgehen kann.
Die Dichtflächen (rotierende und stationäre Ringe) sind auf einen engen Kontakt angewiesen, um Leckagen zu verhindern – dieser Kontakt erzeugt jedoch Wärme.
Das Spülen löst dieses Problem, indem eine kontrollierte Umgebung um die Dichtung herum geschaffen wird.
Wärmeableitung: Leitet Reibungswärme ab, um zu verhindern, dass Dichtungskomponenten überhitzen oder die Flüssigkeit verdampft (was zu Trockenlauf und schnellem Ausfall führt).
Temperaturkontrolle: Kühlt heiße Flüssigkeiten, bevor sie die Dichtung erreichen, und erhält so die Schmier- und Dichtungsleistung.
Druckmanagement: Passt den Druck in der Dichtungskammer an, um die Verdampfung zu unterdrücken – entscheidend für flüchtige Medien wie Propan oder Ammoniak.
Reinigung: Spült Partikel und Verunreinigungen weg, die zerkratzen oder sich in den Dichtungsflächen festsetzen könnten.
Isolierung: Verhindert, dass die Prozessflüssigkeit austrocknet oder kristallisiert, wenn sie mit Luft in Berührung kommt. Dadurch wird verhindert, dass die Dichtungsflächen während des Startvorgangs zusammenkleben.
In der Praxis kann ein gut gewählter Spülplan die Lebensdauer der Dichtung um das Drei- bis Fünffache verlängern.
2. API-Spülpläne – abgestimmt auf Ihren Dichtungstyp
API 682 gruppiert Spülpläne nach Dichtungskonfiguration.
(I) Single-Seal-Pläne – einfach, kostengünstig, weit verbreitet
Am besten für saubere, ungefährliche Anwendungen geeignet, bei denen gelegentliche Leckagen in die Atmosphäre akzeptabel sind.
PLAN 01 / PLAN 11: Selbstspülung vom Pumpenauslass zurück zur Ansaugung.
PLAN 13: Umgekehrte Selbstspülung – Flüssigkeit fließt von der Dichtungskammer zum Pumpeneinlass.
PLAN 21: Selbstspülung + Kühler.
PLAN 23: Interne Rezirkulation mit Halsdurchführung.
PLAN 31: Fügt einen Zyklonabscheider hinzu, um Feststoffe aus dem Spülstrom zu entfernen – gut für leicht verschmutzte Dienste.
PLAN 32: Externe saubere Spülung (z. B. gefiltertes Wasser oder Sperrflüssigkeit).
PLAN 41: PLAN 31 + Kühler.
PLAN 02: Ummantelte Dichtungskammer mit Kühlung oder Heizung.
💡 Profi-Tipp: PLAN 14 (umschaltbare Spülrichtung) klingt flexibel, wird aber in der Praxis selten verwendet – zusätzliche Ventile bedeuten mehr Wartung und potenzielle Leckstellen.
(II) Dual-Seal-Pläne – für Anwendungen mit hohem Risiko oder ohne Leckage
Diese verwenden zwei Dichtungsflächen mit einer dazwischen liegenden Sperr- oder Pufferflüssigkeit – ideal für giftige, brennbare oder umweltsensible Anwendungen.
PLAN 52: Drucklose Doppeldichtung mit belüftetem Behälter.
PLAN 53A/B/C: Druckbeaufschlagte Doppeldichtungssysteme:
53A: Mit Stickstoff gefüllter Speicher hält den Druck aufrecht.
53B: Fügt eine Umwälzpumpe und einen Kühler hinzu – ideal für Hochtemperaturanwendungen.
53C: Verwendet einen Kolbenspeicher für stabilen Druck in Systemen mit großen Druckschwankungen.
PLAN 54: Völlig unabhängiges externes Sperrflüssigkeitssystem (z. B. spezielle Ölkonsole).
(III) Lösch- und Leckerkennungspläne
Diese unterstützen die Primärdichtung, anstatt sie zu ersetzen.
PLAN 62: Externer Abschrecker (normalerweise Dampf oder Wasser), der hinter die Dichtung gesprüht wird, um die Ansammlung von Feststoffen zu verhindern – häufig bei Schlamm- oder Schwarzlaugenpumpen.
PLAN 65: Fügt dem PLAN 52-Behälter einen Füllstandsschalter hinzu, um Leckagen an der inneren Dichtung frühzeitig zu erkennen.
(IV) Trockengas-Abdichtungspläne – für volatile oder sensible Dienste
Verwenden Sie als Dichtungsmedium sauberes, trockenes Gas (normalerweise Stickstoff) anstelle von Flüssigkeit.
PLAN 72: Tandem-Trockengasdichtung mit Stickstoffbarriere.
PLAN 21: Selbstspülung + Kühler.
PLAN 75/76: Varianten für hochviskose oder nichtflüchtige Flüssigkeiten, bei denen Prozessgas nicht direkt verwendet werden kann.
⚠️ Hinweis: Trockengasdichtungen erfordern hochreines, trockenes und reguliertes Gas.
3. Drei Faustregeln für die Wahl des richtigen Plans
Beginnen Sie mit der Flüssigkeit
Sauber und cool?
Schmutzig oder ätzend?
Flüchtig oder giftig?
Temperatur und Druck prüfen
120°C?
Hochdruck?
Temperatur und Druck prüfen
Leichtes Tropfen in Ordnung?
Feuer, Toxizität oder Umweltrisiko?
Letzter Gedanke
Der beste Spülplan ist nicht der ausgefallenste – er ist derjenige, der Ihren tatsächlichen Betriebsbedingungen entspricht.
Dieser Leitfaden vereintAPI 682Grundlagen mit Erkenntnissen aus Hunderten von realen Installationen.
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